Die Abhängigkeit von Microsoft 365 ist für viele Organisationen zum Problem geworden: steigende Lizenzkosten, unklare Datenschutz-Situation nach Schrems II, und ein Vendor Lock-in, der den Wechsel immer schwieriger macht.
Warum überhaupt wechseln?
Es gibt drei Hauptgründe, warum Organisationen – besonders im öffentlichen Sektor und bei NGOs – über Alternativen nachdenken:
- Datenschutz: Microsoft 365 überträgt Daten in die USA. Nach dem Schrems-II-Urteil ist die Rechtsgrundlage dafür fragwürdig.
- Kosten: Die Lizenzgebühren steigen kontinuierlich. Bei 50 Mitarbeitern sind das schnell 10.000€+ pro Jahr.
- Unabhängigkeit: Wer auf Microsoft setzt, ist von deren Produktentscheidungen abhängig.
Die wichtigsten Alternativen
Nextcloud: Das Herzstück
Nextcloud ersetzt OneDrive, SharePoint und teilweise auch Teams. Die wichtigsten Features:
- Dateisynchronisation wie bei Dropbox oder OneDrive
- Kollaboratives Arbeiten an Dokumenten (mit Collabora oder OnlyOffice)
- Kalender und Kontakte mit CalDAV/CardDAV
- Videokonferenzen mit Nextcloud Talk
Der große Vorteil: Alles läuft auf Ihrem eigenen Server – in Deutschland, in der EU, oder sogar in Ihren eigenen Räumen.
Collabora Online: Office im Browser
Collabora ist die Office-Suite, die in Nextcloud integriert wird. Word, Excel, PowerPoint – alles im Browser, aber ohne Microsoft.
Die Kompatibilität mit Microsoft-Formaten ist gut, aber nicht perfekt. Für die meisten Anwendungsfälle reicht es völlig aus.
Matrix/Element: Sichere Kommunikation
Matrix ist ein offenes Protokoll für Messaging, Element die bekannteste App dafür. Vorteile:
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung standardmäßig
- Föderiert: Verschiedene Server können miteinander kommunizieren
- Bridges: Anbindung an Slack, Teams, WhatsApp möglich
Der realistische Blick
Seien wir ehrlich: Der Wechsel ist nicht trivial. Microsoft hat 30 Jahre Vorsprung und eine extrem polierte Benutzeroberfläche.
Was gut funktioniert:
- Dateisynchronisation
- E-Mail (mit Mailcow oder Stalwart)
- Kalender und Kontakte
- Einfache Dokumentenbearbeitung
Wo es hakelt:
- Komplexe Excel-Makros
- PowerPoint-Animationen
- Outlook-Gewohnheiten
Fazit
Open-Source-Alternativen sind reif für den produktiven Einsatz – aber sie sind nicht für jeden geeignet. Organisationen, die Wert auf Datenschutz und Unabhängigkeit legen, finden hier eine echte Alternative.
Der Schlüssel zum Erfolg: Realistische Erwartungen und eine gute Begleitung bei der Migration.
Haben Sie Fragen zum Umstieg? Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch – wir beraten Sie ehrlich, ob ein Wechsel für Ihre Organisation sinnvoll ist.